Das geschriebene Wort zu den letzten ca. 2 Wochen:
Was war auf ein mal geschehen? Ich befand mich auf ein Mal in einer anderen Welt, habe Menschen die ich kannte nicht mehr verstanden. Sie waren alle so fremd für mich. Waren sie nun alle gegen mich? Was habe ich unschuldiges Wesen denn nur getan? Ich könnte doch niemals etwas böses machen, oder doch?
Mein Leben war auf ein mal ein ganz anderes wie noch vor 2 Wochen. Ich habe Erfahrungen gemacht, die ich nicht so leicht weg stecken konnte. Ich kann bis jetzt auch noch nicht sagen was das Schlimmste war.
War es der Liebeskummer, der mich von innen zerfriss? Der Mann den ich mir einbildete zu lieben, es vielleicht auch tat. Zu merken, dass er mich nicht liebt. Es war ein niederschmetterndes Gefühl, schon das zweite mal innerhalb von ein paar Jahren, dass es mich so schwer traf. Oder war ich es, die sich hat treffen lassen?
Dann noch der ganze Stress und vor allem der Druck der in meinem Beruf auf mir lastete. Oder bildete ich mir auch den nur ein. Mein Konto war zwar noch im Plus, aber die Rechnung die ich nicht mehr zahlen konnte stapelten sich inzwischen schon viel zu hoch und auch hier wieder der Druck der auf meinen Schultern immer schwerer wurde.
Doch das war ja noch alles zu ertragen, ich konnte es eine ganze Zeit lang hinter einem gespielten Lächeln verstecken und so tun als sein nichts gewesen. Doch es gab zwei Tage an denen sich für mich alles verändern sollte.
Es war ein Samstag Abend, ich war mit meinem besten Freund für einen Kurztrip nach Holland an die See gefahren, wollte einfach mal etwas entspannen und wieder zu Kräften kommen. Das Gegenteil geschah.
Nach einem entspannten Abend stand ich in meinem süßen lila Nachthemdchen angelehnt in der Tür und etwas in mir nicht so wollte wie ich.
Im nächsten Augenblick merkte ich nur, wie mir jemand eine, zwei, drei Ohrfeigen verpasste.
„Was machst du denn hier?“ höre ich mich sagen, oder hatte ich es nur gedacht? Ich weiß es nicht mehr.
Was war passiert? Dieses Gefühl von totaler Entspannung in mir – Freiheit machte sich in meinem Körper breit. Ich war Ohnmächtig geworden, einfach so. Mein bester Freund kniete neben mir, Angst war in seinen Augen zu lesen, Ratlosigkeit, jetzt bekam ich auch Angst. Mein Kopf schmerzte, ich war in das Bücherregal gefallen, zum Glück hatte ich keine Platzwunde. Ich war noch total benommen von diesem Freien Gefühl, konnte nicht begreifen was passiert war. Jemand half mir ins Bett und brachte mir Eis für meinen angeschlagen Kopf und den blauen Arm, denn ich im Nachhinein schmerzend bemerkte. Ich kann das alles gar nicht in Worte fassen. Merkte den Schlaf über mich kommen, jemand hielt liebevoll meine Hand und war die ganze Zeit bei mir. Ich konnte mich nicht bewegen und schlief ein.
Es war hell und ich hatte Durst, ich stand auf und sah mich im Spiegel. Auf ein mal fiel mir wieder ein was geschehen war. Ich war blass, der linke Oberarm überseht mit tief Blauen Blutergüssen, auf der Stirn eine dicke Beule, die pochte. Der nächste Blick ging direkt zum Regal…so wie das aussah, musste mein Kopf einfach weh tun. Ich ging also in einem eher unsicheren Gang zur Küche schnell was trinken. Mein Kreislauf war noch nicht ganz auf der Höhe, also ging ich direkt wieder ins Bett.
Den restlichen Tag verbrachte ich mit einem anderen Freund auf dem Sofa…der war nämlich krank gewesen…Mein Kopf tat übel weh. Einfach nur schlafen. Irgendwann schien mir die Sonne ins Gesicht und ich wurde langsam wach…mir ging es in diesem Moment auch ganz gut. Da ich dachte ich sein wieder fit, bin ich mit den Jung’s zusammen in den Wirlpool gegangen….wie entspannend ist das eigentlich? Sehr…
So sehr, dass ich beim raus steigen wieder zusammen sackte, zu Glück für mich nicht auf den harten Steinboden sonder ins Wasser. Was im Nachhinein betrachtet ebenso Gefährlich war. Aber ich wurde anscheinend schnell aus dem Wasser gefischt und ich hörte beruhigende Worte in meinem Ohr…mein ganzer Körper zitterte, was war das?
Angst kam in mir hoch und ich war immer noch nicht bei Bewusstsein. Dann dachte ich mich mir: „Wie kann ich während ich Ohnmächtig bin etwas bewusst mitbekommen?“ Und prompt war ich ich wieder da. Öffnete meine Augen und sah wieder in diese sorgenvollen Augen. Doch mir ging es nicht besser.
Beim erneuten Versuch aus dem Pool zu kommen, war ich wieder weg. Ich erinnere mich noch an die Gefühle die mich überfluteten. Und dann war ich schon wieder wach. Dieses mal aber richtig.
Mir ging es auf ein mal wieder richtig gut, ich konnte mich ganz normal bewegen, sprechen und sehen. Ohne Hilfe ging ich weiter und legte mich, mit Handtuch umwickelt wieder auf das Sofa. Und da ging ich auch nicht mehr weg.
Endlich wieder zu Hause, einfach nur noch schlafen. Hoffentlich passiert mir das nicht noch mal, dachte ich während mein Kopf noch dröhnte.
Montags ging es dann erst mal zum Doc.
Diagnose Gehirnerschütterung…so fühlt sich das also an, auf die Erfahrung hätte ich durchaus verzichten können.
Mein Doc ist echt gut drauf: „..so….das und das hatten sie also…mit Zittern…und dann vier mal umgekippt? Hmmm…Vielleicht Epilepsie“
Atemstillstand! Was hatte er da gerade gesagt, das ist doch nicht sein ernst. Im selben Augenblick merkte ich einen kalten Schauer auf meinem Rücken, Angst machte sich breit.
„Ich schreibe ihnen dann noch schnell die Überweisung für den Neurologen und das CT für den Kopf. Langzeit EKG und Labor machen wir auch noch. Nehmen sie sich diese Woche nichts mehr vor. Die Untersuchungen brauchen viel Zeit.“ Das alles hat mir gerade noch gefehlt.
Jetzt war mein Leben doch endgültig aus der Bahn geworfen worden. Die nächsten zwei Tage kamen und gingen, wie…weiß ich auch nicht mehr.
Mittwoch Abend war ich noch mit einem lieben Menschen was Essen, doch der Abend sollte nicht so schön enden. Auf dem Weg zum Auto überkam mich wieder so ein Gefühl von „Ich will frei sein“… Besser schnell hinsetzen. Ich merkte hilflose Blicke, doch ich konnte ihm nichts sagen. Mein Kopf schmerzte so stark und mein Kreislauf war weg. Nach 5 Minuten, die mir wie eine Ewigkeit vor kamen war ich wieder imstande zum Auto zu laufen. Hinsetzen, Anschnallen, Augen zu und ab nach Hause. Er machte sich Sorgen um mich und brachte mich nach oben, scheiß 4. Etage, ich habe sie verflucht in diesem Moment. Zum Glück war er noch bei mir.
Die Schmerzen wurden immer schlimmer, ich krümmte mich vor Schmerzen und konnte nicht mehr Atmen, nicht mehr Sprechen, nicht mehr Denken. Ich bekam Panik doch eine wärmende Hand auf meinem Rücken holte mich in die Realität zurück, atmen. Ich kann nicht sagen wie lang das gedauert hatte. Ich lag irgendwann im Bett in seinen Armen, auf mich aufpassend. Langsam konnte ich einschlafen…nun ja die Tabletten wirkten endlich.
Diese Schmerzen wünsche ich noch nicht mal meinem ärgsten Feind. So etwas wünsche ich keinem.
Nun habe ich Angst vor allem, ich weiß nicht was ich habe und muss die Ergebnisse der Untersuchungen abwarten…das wird noch eine Woche dauern.
Ungewissheit ist grausam. Angst ist grausam. Der Gedanke an etwas Schlimmes ist grausam.
Meine Freunde versuchen mir Mut zu machen, doch nach diesen Erfahrungen fällt es mir schwer positiv zu denken. Ich werde mich in Geduld üben müssen. Was mich nicht umbringt, macht mich stärker.
Ich hoffe nur das es mich nicht umbringen wird.